Im Januar dieses Jahres habe ich bei einem großen Onlinemagazin einen Artikel mit dem Titel: „Papiertüten sind auch nicht besser“ gelesen. Dabei wurde erläutert, dass alternative Verpackungen wie Papier und Bioplastik im Vergleich zu herkömmlichem Plastik nicht besser für die Ökobilanz seien. Im Laufe dieses Artikels wurde natürlich auch auf biologisch abbaubare Kaffeekapseln eingegangen.

Die Argumente

Gegen eine vorteilhafte Ökobilanz von Bioplastik spreche demnach:

- Der Ausgangsstoff für Bioplastik (Rohrzucker, Mais, Kartoffeln) müsse angebaut werden. Dadurch werden Sprit und     Dünger verbraucht

- Die Verarbeitung dieser Rohstoffe verbrauche ebenfalls Energie

- Herkömmliche Verpackungen könnten im gelben Sack entsorgt und recycelt werden, wodurch deren Ökobilanz aufgewertet werde

Am Ende wird, wie so oft, Verzicht gepredigt. Über die Wirksamkeit solcher Predigten bin ich bereits in meinem Blogbeitrag Wer Nachhaltigkeit voranbringen will verkauft keine Kaffeekapseln eingegangen.

 

Der Anbau

Richtig, der Anbau der Ausgangsrohstoffe verbraucht Ressourcen. Alleine schon die Fahrten mit dem Traktor verbrauchen Energie und belasten somit die Ökobilanz von Bioplastik. Doch wer sich diesem Argument bedienen will, geht von einer falschen Grundannahme aus: Denn der Traktor würde nicht stillstehen, wenn diese Rohstoffe nicht angebaut werden. Es ist realitätsfremd anzunehmen, dass sich der Landwirt zur Ruhe setzt. Stattdessen würde er wohl schlicht etwas anderes anbauen. Da der europäische Markt für landwirtschaftliche Produkte übersättigt ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass nicht zuletzt - dank 40 Milliarden Subvention der EU - stattdessen für den Export produziert würde. Der subventionierte Export verursacht durch den langen Transport CO2 und beschädigt die Landwirtschaft ärmerer, nicht subventionierter Länder.

Die Verarbeitung

Auch hier ist zu sagen: Natürlich wird für die Verarbeitung Energie benötigt. Ist der Energiebedarf von herkömmlichem Plastik und Bio-Plastik fast gleich – und nur dies wird verglichen – ist die Herstellung von Alu-Kapseln um einiges energieintensiver. Doch dies findet überhaupt keine Erwähnung. Außerdem muss das Ziel sein, diese aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Strom aus dem Windrad und Strom aus der Braunkohle wirkt sich wesentliche anders auf die Ökobilanz aus.

Recycling herkömmlicher Kunststoffe

Herkömmliche Kunststoffe können recycelt werden, auch das ist richtig. Hierbei wird ein wesentlicher Aspekt allerdings regelmäßig ausgeblendet: Auch Recycling benötigt Energie, und davon nicht zu wenig! Außerdem stellt sich die Frage, wie viele Alu- und Plastikkapseln am Ende nicht doch im Hausmüll landen? Dann doch lieber welche die nicht auf Erdöl basieren und somit CO2-neutral verbrannt werden.

Was nicht beachtet wird

Gerne werden auch wichtige Argumente weggelassen. Bei Kaffeekapseln sollte der Vergleich mit Aluminium-Kapseln und nicht mit Kapseln aus herkömmlichen Plastik erfolgen. Denn besonders die Aluminiumgewinnung- und verarbeitung ist sehr umweltschädigend und energieintensiv. Außerdem bauen sich kompostierbare Kapseln nach einer gewissen Zeit von selbst ab, wenn Sie in Böden oder Gewässer landen und beschädigen diese nicht. Ein wesentlicher Vorteil für unsere Natur, auch wenn dieser nicht in die Ökobilanz mit einfließt.

Auch wird bei Kaffeekapseln gerne der Verzicht auf Kapseln als Vergleich herangezogen. Ein Vergleich von "etwas" mit "nichts" ist jedoch schlicht ergebnisgesteuert. Ein Elektroauto wird auch mit einem Benzin- oder Dieselauto verglichen und nicht mit "kein Auto".

Wasser predigen und Kaffee trinken

Wer kompostierbare Kapseln verdammt und mit herkömmlichen Kapseln vergleicht, der sollte lieber konsequent beim Leitungswasser bleiben. Denn auch Kaffee muss angebaut werden, wird um die halbe Welt transportiert (hierzu präsentieren wir euch demnächst eine Innovation), wird verarbeitet (geröstet) und abgepackt. Durch diese Schritte lässt sich eine ökologische Belastung nie gänzlich vermeiden. Unsere Mission ist es, immer die nachhaltigste Alternative anzubieten. Dies sind biologisch abbaubare, nicht auf Erdöl basierende Kaffeekapseln, gefüllt mit fair gehandeltem Bio-Kaffee. Wasser predigen und Kaffee trinken überlassen wir anderen. Wir predigen Kaffee und trinken ihn mit gutem Gewissen!

Wie ist eure Meinung dazu? Teilt sie uns mit!

Euer Chris