Don Quichotte kämpfte gegen Windmühlen. Genauso kämpfen viele gegen Kaffeekapseln. Ohne Kenntnis von Markt und Mensch, dafür mit ordentlich Emotionen und Überlegenheitsgefühl. Das eigene Weltbild verhindert wirkliche Lösungsansätze. Am Ende möchte jeder sich selbst als Held sehen, ob sich der Zustand verändert hat ist egal.

Wer Nachhaltigkeit voranbringen will verkauft keine Kaffeekapseln. Auch keine biologisch Abbaubaren. Manch einer lebt mit dieser Vorstellung.

Realität

Schauen wir uns zunächst Zahlen an: Seit 2005 ist der Kaffeekapselkonsum in Deutschland von 500 t auf 21.400 t im Jahr 2016 gestiegen. In der Zeit gab es kein Jahr ohne Wachstum. Alleine 2016 wuchs der Verbrauch zum Vorjahr um 800 t. Von einem anhaltenden Wachstum wird ausgegangen, es gibt keine Anzeichen für eine Stagnation oder gar einen Rückgang.

Individuelle Kaufentscheidungen vs. das eigene Weltbild

Woran liegt das? Zu wenig Aufklärung? Wissen die Menschen nicht um Schädlichkeit von Alukapseln? Die Antwort ist: Das Wissen sie. Und sie kaufen sie trotzdem. Wahrscheinlich werden jetzt einige von euch ungläubig oder empört sein. Manch einer wird vielleicht sogar richtig wütend. Aber das ist eben die Realität. Kaufentscheidungen von Menschen sind sehr komplex. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren die jeder Einzelne unterschiedlich gewichtet und bewertet. Für den einen ist ausschließlich der Preis entscheidend, für den anderen die Qualität. Der eine legt Wert auf Nachhaltigkeit, für den anderen spielt das überhaupt keine Rolle. Meist ist es eine sehr individuelle Mischung und am Ende treffen wir unsere Entscheidung aufgrund einer Abwägung von rationalen und gefühlsmäßigen Einflussfaktoren. Die gute Nachricht: Nachhaltigkeit ist für die meisten Verbraucher wichtig! Aber: Viele Kapseltrinker bewerten andere Faktoren für sich selbst noch höher. Beispielsweise die Einfachheit des Kapselsystems, die große Geschmacksauswahl, die günstigen Maschinenkosten, die Vielfalt an Sorten, die Schnelligkeit der Zubereitung. Noch mehr Zeigefinger, Belehrungen oder gar Beschimpfungen werden sie nicht umstimmen.

Echte Alternativen

„Wir wussten überhaupt nicht, dass es kompostierbare Kapseln gibt“ oder „die Umweltschädlichkeit von den herkömmlichen Kapseln hat mich schon immer gestört, aber bisher hatte ich einfach keine wirkliche Alternative“ Sätze die wir von neuen Kunden oft hören. Und darum geht es: Wirkliche Alternativen. Denn Kaffeekapselkonsumenten sind sich der Umweltauswirkungen bewusst. Sie möchten nicht weg vom Kapselsystem, sondern haben sich bewusst – trotz Nachhaltigkeitsaspekten - dafür entschieden. Und die meisten freuen sich über eine gleichwertige, jedoch nachhaltige Alternative. Zero-Waste Anhänger und realitätsferne Moralisten sind nicht unsere Zielgruppe. Wir möchten die große Masse - den gestressten, berufstätigen Kapseltrinker mit wenig Zeit; den Wenigtrinker, der keine teure Maschine benötigt; den Bürokollegen, mit unterschiedlichen Geschmackvorlieben - eine Alternative geben. Und zwar mit biologisch abbaubaren, nicht auf Erdöl basierenden Kapseln, gefüllt mit fair gehandeltem Bio-Kaffee – also maximale Nachhaltigkeitskriterien.

Fazit

21.400 t Kapseln im Jahr 2016. Die Zahl wird, trotz allen erhobenen Zeigefingern und Belehrungen, weiter steigen. 21.400 t Aluminium und herkömmliches Plastik oder 21.400 t umweltfreundliche Materialen – das sind, realistisch gesehen, die zwei Szenarien. Wir kämpfen für zweites und wollen somit die Welt mit jeder Tasse Kaffee besser machen.

Nächste Woche könnt Ihr im Blog lesen, wie sich biologisch abbaubaren Kapseln auf die Ökobilanz auswirken.

Wir freuen uns auf eure Meinung dazu!

Euer Chris